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Trotz mässigem Sehvermögen haben Igel nach ihrem Winterschlaf die Augen geöffnet und sind wieder unterwegs. In unseren Gärten droht ihnen jedoch grosse Gefahr.
Das Wort «Igel» lässt sich vom Indogermanischen ableiten und bedeutet eigentlich «der zur Schlange Gehörende» oder eben: «Schlangenfresser». Und tatsächlich essen Igel neben Käfern, Larven, Regenwürmern, Schnecken und Spinnen auch Schlangen. Pflanzenteile essen sie, wenn überhaupt, eher zufälligerweise mit. So mächtig und kraftvoll die Bedeutung von «Igel» auch klingen mag, so gefährdet sind die kleinen Säugetiere, die sich gerne in der Nähe von Menschen befinden.
Gefährliche Gartenarbeit
Igel gehören erdgeschichtlich zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen, sie lebten bereits mit Mammuts zusammen. Heute brauchen die stacheligen Säugetiere keine Angst mehr vor grossen Mammutfüssen zu haben. Ihnen droht eine ganz andere Gefahr: Gartenarbeit.
Aktuell stehen bei vielen Gartenbesitzern Frühlingsarbeiten an. Es wird gemäht, geschnitten, gegraben und gepflanzt. Nicht selten werden dabei Igel schwer verletzt. Die nachtaktiven Tiere schlafen nämlich tagsüber an vermeintlich geschützten Orten. Während Igel vor hunderttausend Jahren unter anderem auf Mammuts achten mussten, sind es heute beispielsweise Mähroboter, von denen eine Gefahr ausgeht. Deshalb wäre es für die Sicherheit von Igeln wichtig, dass bei allfälliger Gartenarbeit zuerst nachgeschaut wird, ob irgendwo ein Igel versteckt sein könnte. Das gilt für allerlei Arbeiten, das Umstapeln von Holz, beim Umsetzen des Komposts mit einer Mistgabel oder eben auch beim Rasenmähen. Igel können durchaus acht Jahre alt werden, die Lebenserwartung in Siedlungsnähe beträgt hingegen rund drei bis vier Jahre.
Verletzte Igel
Wer einen verletzten Igel findet, tut gut daran, diesen mit einem Tuch oder Handschuhen in eine Kiste zu legen und bei Igelexperten Hilfe zu holen. So hat zum Beispiel der Verein Pro Igel für solche Fälle eine Notfallnummer eingerichtet. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das verletzte Tierchen auf eine Igelstation zu bringen. Im Kanton Bern gibt es drei davon, eine beim Tierschutz Region Thun. Das Fachpersonal auf den Igelstationen entscheidet dann, ob die Tiere gepflegt oder erlöst werden.
Die Igel suchen im Frühling aber nicht nur nach Futter, auch der Paarungstrieb setzt bei ihnen ein. Deshalb absolvieren sie grosse Strecken, wobei sie befahrene Strassen überqueren. Bleibt ein Igel auf der Strasse sitzen, kann man ihn mit einem Tuch oder Handschuhen in Laufrichtung über die Strasse bringen, sofern dabei kein Risiko für die eigene Sicherheit besteht.
Tipps und Tricks
Die Igelstation Thun gibt auf ihrer Seite Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Igeln: Natürlich darf man sich freuen, einen Igel zu sehen, in den meisten Fällen brauchen diese nämlich keine Unterstützung oder Hilfe. Nur offensichtlich verletzte Tiere sollten auf eine anerkannte Igelstation gebracht werden. Auch sind Igel selbst fähig, Schnecken, Insekten und andere Nahrung zu suchen. Grundsätzlich gelten Igel als ortstreu. Das heisst, der beste Schutz gelingt dann, wenn ihre Lebensräume dergestalt sind, dass mögliche Igelfallen wie zum Beispiel Wasserbecken entsprechend gesichert werden.
Dieser Artikel erschien zuerst im Berner Landboten.
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