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Die Start-up-Szene wächst langsam, aber sie wächst

Auch der Kanton Bern verfügt über agile Jungunternehmen. Aber nicht nur Zürich bleibt unerreichbar.

| Léonie Hagen | Wirtschaft

Der Kanton Bern mag für vieles bekannt sein. Für die Gemütlichkeit. Den Dialekt. Für die Behörden und die staatsnahen Betriebe. Aber für unternehmerisches Denken? Eher nicht. 

Dass es sich dabei nicht nur um Klischees handelt, zeigt das bekannteste europäische Start-up-Ranking. Zürich landet auf Platz 12, Lausanne auf Platz 23, gefolgt von Genf (24), Zug (27) und Basel (28). Die Stadt Bern schafft es auf Platz 97. Die Agentur, die das Ranking veröffentlicht, nennt als Vorteil des Standorts Bern: die Nähe zu Zürich.

Laut Sebastian Friess, dem Standortförderer des Kantons Bern, wird das auch so bleiben. Durch die technischen Hochschulen hätten Zürich und Lausanne strukturelle Vorteile; die Pharmaindustrie mache Basel zum Hotspot, und Zug habe steuertechnisch erfolgreich auf Start-ups im Finanzsektor gesetzt: «Daran werden wir in Bern nicht so rasch herankommen.» 

Die Richtung stimmt

Allerdings hat sich in den letzten Jahren auch im Kanton Bern in Sachen Start-ups einiges bewegt. In Deisswil (Gemeinde Stettlen) entstand das Zen­trum für Innovation und Digitalisierung, in der Stadt Bern der «Impact Hub», und mit «be-advanced» wird ein gezieltes Startup-Coaching und Gründerberatung angeboten. Auch der bekannte Start-up-Förderer Jürg Schwarzenbach attestiert der Szene eine gute Entwicklung. 

Standortförderer Friess wiederum ist stolz auf das hiesige Wirtschafts­fördergesetz. Es sei das schlankste der Schweiz, schliesse keinen Sektor aus und ermögliche schnelle Entscheide. Sogar andere Kantone wollten sich nun daran orientieren, sagt Friess. Man habe auch die Betreuung junger Unternehmen ausgebaut. Mit Erfolg: «Unsere Start-ups leben heute viel länger als noch vor ein paar Jahren.» Im letzten Jahr hat die Standortförderung 27 Start-ups gefördert. Das sind viermal mehr als noch vor zehn Jahren.

Den positiven Tendenzen zum Trotz: Am «Aare Ventures»-Anlass, wo Start-ups auf Investoren treffen, dominierten ausserkantonale Jungunternehmen, wie ein Besuch des «Anzeigers» zeigt. Das Berner Investorengeld fliesst also trotz allem noch nach Zürich. 


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