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Die Präsidentin des chinesisch singenden Chiao-Ai Chor, Shu-Fang Hsu Schmitz arbeitete vor 13 Jahren im selben Gebäude, wo auch die Schweizerische Pädiatrische Onkologie Gruppe (SPOG), die sich der Kinderkrebsforschung widmet, ihren Sitz hat. Damals gelangte die SPOG an Berner Chöre, um mit Auftritten das Fundraising der SPOG zu unterstützen. Da der finanzielle Aufwand für einen Chor allein zu hoch gewesen wäre und ein Konzert mit einem Chor zu wenig Gewinn abgeworfen hätte, kam Hsu Schmitz auf die Idee, andere Berner Chöre für ein gemeinsames Benefizkonzert einzubinden, um mehr Publikum und mehr Gewinn zu generieren. Und so fand ein Jahr darauf, 2012, das erste Benefizkonzert mit drei Berner Erwachsenenchören und einem Kinderchor statt.
Die SPOG ist eine als Verein organisierte Non-Profit-Organisation und setzt sich seit über vierzig Jahren dafür ein, die Behandlung von Krebs bei Kindern zu erforschen und die Heilungschancen sowie die Lebensqualität der jungen Patientinnen und Patienten zu verbessern. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 350 Kinder und Jugendliche an Krebs. «Glücklicherweise ist die Zahl der Erkrankungen tief», so Brigitte Casanova, Kommunikationsverantwortliche der SPOG, «daher forscht aber auch die Pharmaindustrie nur sehr wenig in diesem Bereich. Die Erforschung des Kinderkrebses ist hauptsächlich akademisch».
Schweizweit beteiligen sich alle auf Kinderkrebs spezialisierten Kliniken in der Schweiz am Forschungsprogramm der SPOG, die mit führenden internationalen Forschungsgruppen zusammenarbeitet. «Kinder haben andere Krebserkrankungen als Erwachsene und reagieren auch anders als Erwachsene auf Therapien. Deswegen ist die klinische Forschung speziell für Kinder entscheidend», so Casanova. 1976 starben die meisten an Krebs erkrankten Kinder. «Heute überleben dank der Forschung durchschnittlich 87 Prozent der jungen Patientinnen und Patienten», so Casanova.
Durch eine Studienteilnahme erhalten krebskranke Kinder und Jugendliche die wirkungsvollste Therapie gemäss dem neusten Stand der medizinischen Wissenschaft und profitieren von einem grossen Experten-Netzwerk. Manche Studien bieten auch den Zugang zu besonders innovativen Medikamenten.
Konzertbesuch mit Folgen
2014 besuchte Barbara Bangerter das Benefizkonzert in der Französischen Kirche. Sie war so begeistert davon, dass sie dem Chor BOLLITT’o misto beitrat, dem Zusammenschluss des Gemischten Chors Bolligen und des Gemischten Chors Ittigen. Heute ist sie Präsidentin des Chors; ihr ist es wichtig, immer wieder Neues zu wagen: «Der Klang in der Französischen Kirche ist fantastisch. Ausserdem können wir vor viel Publikum zeigen, was wir Neues gelernt haben», freut sie sich. Der Chor, dirigiert von Paul Hirt, singt einen bunten Mix aus kirchlich inspirierten Liedern wie «Du Gott bisch min Hirt», Mundartrock wie «Für immer uf Di» von Patent Ochsner oder etwa ein griechisches Volkslied.
Der im Jahr 2000 gegründete Chiao-Ai Chor singt vorwiegend in Mandarin und in Taiwanesisch. Auf dem Programm stehen chinesische Volkslieder oder auch mal moderne chinesische Popsongs. Im Chor singen Chinesinnen und Chinesen aus China, Taiwan und Vietnam. Eine Japanerin sei dabei und ein Schweizer Ehepaar und drei weitere Schweizer, die grosses Interesse an der chinesischen Kultur und Sprache hätten, verrät Hsu Schmitz, die selbst aus Taiwan stammt, während die Dirigentin Yuhe aus China komme. Über Politik werde im Chor nicht gestritten, höchstens über die Auswahl der Stücke, lacht Hsu Schmitz. Als besonderes Highlight präsentiert der Chor im Rahmen des Benefizkonzertes ein selbst komponiertes Stück von Yuhe.
Der Dreif-Gospelchor nimmt zum ersten Mal Teil am Benefizkonzert. Vor gut 30 Jahren gründete die damalige Jugendarbeiterin Christine Bienz zusammen mit dem Organisten und Pianisten Jürg Lietha und einigen Jugendlichen den Chor. Er begleitete regelmässig Gottesdienste der Pfarrei Dreifaltigkeit und steigerte kontinuierlich seine Qualität. Heute vereint der Chor unter der Leitung von Peter Anderhalden unterschiedliche Altersgruppen und Konfessionen. Er legt Wert auf eine Mischung aus groovigen und ruhigen Chorstücken, nach Bedarf mit Vokalsoli ausgeschmückt. Begleitet wird der Chor von einer Band, am Benefizkonzert spielt Pianist Billy Utermann. Der Chor singt Stücke wie «In your arms», «Get together» oder «You can’t beat God giving».
Die Lieder «As the deer» und «Prendre un enfant par la main», welche die Chöre zusammen singen, bilden stimmungsvolle Höhepunkte des Konzertes.
«Das Benefizkonzert ist eine gute Gelegenheit, unsere Arbeit bekannt zu machen. Wir sind sehr dankbar, dass die drei für die Kinderkrebsforschung singen», freut sich auch Isabelle Lamontagne-Müller, die Geschäftsführerin der SPOG.
Französische Kirche, Bern, 15. Juni, 17.00 Uhr.
spog.ch
bollittomisto.ch
chiao-ai.ch
dreif-gospelchor.ch